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Die Küste der Leuchttürme |
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Trotz
technischen Fortschritts und der Verwendung von Satelliten
in der Navigation, hat sich in den letzten hundert Jahren
wenig geändert.
Die Vielzahl der Leuchttürme, die den Schiffern mit Hilfe des
Lichts den Weg weisen, ist eines der Ursprünge der
Zivilisation im Mittelmeerraum überhaupt. Einige von Ihnen
haben fast einen mythologischen Charakter erlangt.
Dennoch, die meisten, die an der Costa Brava ihren Dienst
tun, sind weniger als ein Jahrhundert alt. Ein großer Teil
wurde auf Anordnung von Königin ISABELL II. (1830-1904)
erbaut, die sich sehr für die Modernisierung ihres Landes
einsetzte.
In der Zeit ihrer Regierung, von 1833 bis 1868, erlebte
Spanien einen enormen technischen Fortschritt und erhebliche
Modernisierungen.
Die erste Eisenbahnlinie (1848), den Postdienst mit
Briefmarken und eben eine Kette von Leuchttürmen, zu einer
Zeit der Aufstände gegen die spanische Kolonialherrschaft. |
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Die Leuchttürme an der Costa Brava |
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Die
Leuchttürme an der Costa Brava wurden im Lauf der letzten Jahre
modernisiert. Viele sind heute mit vollautomatischen Systemen ausgerüstet,
was eine permanente Besatzung erübrigte, da ihr System des Ein- und
Ausschaltens vollautomatisch abläuft.
Aber ihre Standorte, an bevorzugten Punkten der Küste, sind die gleichen
geblieben. Der Rhythmus ihres Aufleuchtens und Erlöschens wird
eigentlich durch die Drehung der Spiegel vor einer Öffnung
hervorgerufen. Durch die unterschiedlichen Zeitabstände der
Leuchtfeuer, die in allen Seekarten und nautischen Büchern vermerkt
sind, kann jeder Leuchtturm der Welt erkannt und damit die eigene
Position des Schiffes bestimmt werden.
Von Süd nach Nord an der Costa Brava haben wir die interessantesten Leuchttürme
besichtigt und entdeckten dabei auch gleichzeitig eine Vielzahl sehr schöner
Aussichtspunkte.
Zum Beispiel der Leuchtturm von DE MAR, oberhalb der VILA VELLA, dominierend
über der Landschaft und einem großen Teil der südlichen Costa Brava.
Ebenso der Leuchtturm von PALAMOS, errichtet an der Spitze des Hafens,
ermöglicht es, in einer einzigartigen Perspektive die Bucht des Ortes
mit dem Strand D’ARO und SANT ANTONI DE CALOGNE zu überblicken. Danach der Besuch eines authentisch
mythischen Ortes der Costa Brava: Der Leuchtturm von San Sebastian, an
der Steilküste von LLAFRANC. Wer noch nie an diesem Ort war, kann sich
auch kein Bild über die wahrhafte Schönheit der Costa Brava machen.
Gleich in der Nähe findet man das alte Landhaus, das dem heiligen
Soldaten (eine Art spanischer Robin Hood) gewidmet wurde, der an den
Pfeilen seiner Feinde starb.
In Fortsetzung unserer Besichtigungen kommt man zu der Anlage von BAGUR.
Technisch von großer Bedeutung. Es handelt sich hierbei um eine Art
"modernen Leuchtturm", den sich unsere Vorfahren gewiss nicht vorstellen
konnten. Der riesige Antennenwald über mehrere Hektar lässt eher den
Eindruck entstehen, es handelt sich um die Abhöranlage einer
Spionageorganisation. Mit Hilfe des Lichts konnte man auf den Schiffen
in Küstennähe wohl die Position bestimmen, aber hinter dem Horizont,
oder gar bei Nebel, wird die Navigation zu einer gefährlichen
Angelegenheit.Man
entwickelte deshalb das System LORAN (LONG RANGE AID TO NAVIGATION), mit
dessen Hilfe Schiffe oder auch Flugzeuge mittels eines speziellen Empfängers
die exakte Position errechnet bekommen. Drei Stationen sind dafür im
Mittelmeerraum erforderlich: Palma de Mallorca, Marseille und eben die
hier genannte Anlage Cabo Bagur.
Aber das, was uns besonders interessierte, ist sein Standort mit einem sehr
schönen Ausblick über die Buchten AIGUABRAVA, SA TUNA und SA RIERA
CALA PEDROSA.
Etwas
weiter nördlich folgt der Leuchtturm auf der Insel Islas ISLAS MEDAS.
Genauer auf ILLA GRANT, da es daneben noch ILLA PETITA gibt. Die Anlage
ist vollkommen automatisiert.
Die
drei kleinen Inseln MEDAS stehen unter Naturschutz und gehören
ebenfalls zu den schönsten Flecken der Küste. In einem anschließenden
Bericht kommen wir detailliert darauf zurück.
Schließlich erreichen wir die Halbinsel CAP DE CREUS mit den drei Leuchttürmen. Die
sind hier auch absolut notwendig, um Schiffe vor einer Küste zu warnen,
die als die gefährlichste in der Region Girona gilt.
Im Laufe der Jahrhunderte, muss für eine Unzahl von Schiffen hier wohl die
letzte Fahrt geendet haben. Nur mit Hilfe des Lichts und guten Seekarten
konnte man hier der Gefahr begegnen, die durch die Steilküste und
vorgelagerten Felsenriffs, teils nur knapp über der Meeresoberfläche,
besteht.
Zunächst eine kleine Wanderung zum südlichen Leuchtturm von CADAQUES CALA NANS
auf einer kleinen Plattform, in ca. 100 Metern über der Meereshöhe, an
die steile Felswand geklebt. Wer kein geländegängiges Fahrzeug hat,
bereut den Fußmarsch (ca. 1,5 Std. von Cadaques) keinesfalls und wird
wohl diese herrliche Wanderung auf einem gut begehbaren Pfad, in ca. 100
m über dem Meeresspiegel, in der romantischen Steilküste für immer in
Erinnerung behalten.
Der nächste Turm ist nördlich von Cadaques, Cap de Creus, einer der
mythischsten an der Costa Brava. Gebaut ganz auf der Spitze der
Halbinsel liegt er an der geodätischen Linie des Sonnenaufgangs in
Spanien. Er ist über eine beschilderte Strasse am Ortsausgang Cadaques
für jedes Auto leicht erreichbar. Den Sonnenaufgang in dieser
einzigartigen, zerklüfteten Landschaft der Costa Brava zu beobachten,
ist eines der schönsten Naturschauspiele, die man hier erleben kann.
Der letzte Leuchtturm heißt SARNELLA, in der Bucht zwischen EL PORT DE LA
SELVA und LLANCA, der bereits bis nach Frankreich hineinleuchtet.
Er signalisiert auch, dass man hier den äußersten Norden der Halbinsel um
Cadaques und das Ende der territorialen Gewässer von Spaniens
Mittelmeerküste erreicht hat. |
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Die Leuchttürme, Objekte politischer Querelen |
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Die
Standorte der Leuchttürme an den besonders reizvollen Stellen der Costa
Brava war in den letzten Jahren Anlass zur Kritik an einen in Spanien
politisch privilegierten Personenkreis.
Die meisten Leuchttürme, einschließlich den dazugehörigen Wohnungen sowie
Nebengebäuden, Gartenanlagen u.s.w., wurden teils auf recht großflächigen
Grundstücken errichtet. Wie bereits berichtet, erübrigte sich durch
die Vollautomatisierung der Anlagen nach und nach das Personal. Dies
machte sich wiederum ein politisch einflussreicher Personenkreis zu
Nutze, um sich dort originelle Privatresidenzen einzurichten. Für
andere Bürger der Region ist das Privileg dort ihren Urlaub zu
verbringen natürlich verwehrt. Ebenfalls befürchteten die Span. Seeämter,
dass diese Zweckentfremdung die Sicherheit der Schifffahrt gefährdet. |
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Der Leuchtturm von Cap de
Creus im Kino |
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Wer sich von der Zufahrtsstraße zum Leuchtturm Cap Creus etwas entfernt, um
über den zerklüfteten Abhang aufs Meer zu sehen, ist über den Bau
eines weiteren, eigenartig anmutenden Turms und Natursteinhaus überrascht.
Man fühlt sich leicht ins Piratenzeitalter versetzt.
Eben das fand man genau passend für die Dreharbeiten des Films "Der
Leuchtturm am Ende der Welt", nach dem Roman von Jules Verne
(1828-1905), mit den Hauptdarstellern Kirk Douglas, dem verstorbenen Yul
Brunner und vielen Einheimischen.
Salvadore Dali persönlich, soll dazu seine künstlerische Beratung gegeben haben.
Dieser Ort wurde ausgewählt, da er genau den Vorstellungen für die
Dreharbeiten mit dem äußersten Zipfel des amerikanischen Kontinents
entsprach.
Es ist aber auch durchaus denkbar, dass der Leuchtturm Cap de Creus bereits
dem französischen Schriftsteller Jules Verne, die Idee zu seinem Roman
"Ein Leuchtturm am Ende der Welt" lieferte. |
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Klaus Jolich |
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