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Beiträge von Klaus Jolich

 
 
 
 
Die Illes Medes

Ein ökologisches Paradies

Die größte Insel der Costa Brava

Der Massentourismus änderte alles

Die erste Naturschutzzone an der Costa Brava

Fotografieren unter Wasser

  Ein ökologisches Paradies

Der Massentourismus änderte tiefgreifend den sozilogischen und kommerziellen Zusammenhang an der Costa Brava. Schon zu Zeiten der Griechen und Römer, die man sicherlich als die ersten „Touristen“ der Costa Brava bezeichnen kann, war die Transformation beachtlich, da sie sicherlich auch als erste den „Virus comercialis“ hier einschleppten.

Die Costa Brava durchlebte die unterschiedlichsten Epochen, von der Piraterie bis zur ökonomischen Explosion mit Beginn des Handels in den neuen amerikanischen Kolonien. Es blieb zuletzt nur noch der Massentourismus der nicht nur die soziale Struktur grundlegend änderte, sondern auch die Landschaft dieser Gegend. In Orten wie Lloret de Mar, die früher ausschließlich vom Fischfang lebten, gibt es heute nahezu keinen Fischer mehr. In Gegenden, wo der Weinbau eine Quelle des Reichtums war, ist davon heute nichts mehr geblieben. Diese fruchtbaren Landstriche wurden in Parzellen aufgeteilt, wo nun private Villen und sonstige Gebäude stehen.

Die Konzentration von Personen, die hier in den Ferienwochen aufeinander klebt, störte das ökologische Gleichgewicht zwischen Erde und Meer, die Lebensgewohnheiten der einheimischen Bevölkerung, sowie Meerestiere und Pflanzen. Einige davon sind durch die Überfischung am Aussterben. Fisch auf dem Speisezettel ist „in Mode“ und die maritime Plünderung mit Echolotverfahren wird immer perfektionierter. Einfache Fischer wurden mit einer High-Tech-Flotte zu Industriellen.

 
 
 
     

 
 

Die größte Insel der Costa Brava

Durch die geologische Gestaltung gibt es an der Costa Brava viele Steilküsten und Felsriffe von eindrucksvoller Schönheit, demgegenüber sind Inseln sehr selten. Die Größte von ihnen, zudem noch bewohnbar, ist die Insel „Meda Grande“. Sie ist eine aus einer Gruppe, die man „Illes Medes" (Islas Medas) nennt. Dieser kleine Archipel, nur ein paar Meilen vom Strand der Ortschaft Estartit entfernt, prägt in dieser Gegend die Costa Brava besonders. Sie sind heute eines der wichtigsten Naturschutzgebiete der Küstenlandschaft Kataloniens. Die Insel Meda Grande wurde bis Anfang dieses Jahrhunderts von einer kleinen Militärgarnison bewohnt, da sie einen wichtigen strategischen Punkt für die Küstenverteidigung darstellte. Eine Anzahl von Geschichten wurde bereits darüber geschrieben. Zum Beispiel über das englische Detachement das Katalonien gegen die Occupación Napoleons verteidigte (1804-1812). Während des ersten Weltkriegs (1912-1918) benutzten deutsche Unterseeboote die Gegend als bevorzugten Treffpunkt. Der Abstand der Insel zum Festland war ein begünstigter Unterschlupf. Zu dieser Zeit hatte die spanische Marine keine Möglichkeit, die Vielzahl der Schlupfwinkel an der Küste zu kontrollieren, wo sich Schiffe der im Krieg befindlichen Nationen versammeln konnten. Nachdem die Konflikte beseitigt waren und die Welt glaubte, es wäre der letzte Krieg gewesen, verblieb als einziger der Leuchtturmwärter mit seiner Familie auf der Insel. Bis man auch diese Anlage automatisierte. Sie trat erst wieder in Erscheinung während des spanischen Bürgerkrieges (1936-1939), um dann endgültig ein Unterschlupf für Möwen, Fischer und Schmuggler zu werden.

 
 
 
     

 
 


Der Massentourismus änderte alles

Der besondere Zauber der Inseln Medias („Medes“ in der katalanischen Sprache) war die Pflanzen- und Tierwelt unter Wasser. In den Felswänden fanden viele Fischarten Schutz und konnte sich ungestört vermehren. So zum Beispiel der große braune Zackenbarsch (spanisch Meroud), der bis zu zwei Meter Länge und 100 kg Gewicht erreichen kann, war der König auf dem Meeresgrund um diese Inseln. Geschätzt als bester delikater Speisefisch an dieser Küste. Aber der Tourismus mit ständig steigender Tendenz verlangte immer mehr von den Meeresprodukten. Also erhöhte man ständig die Fangquote um den Bedarf der Kunden zu befriedigen. Andererseits war die enorme Fischfangflotte nicht alleine Schuld an der Zerstörung des Biotops. Hinzu kamen noch die vielen Sportboote, die die Laichplätze für die Fische um die Inseln verunsicherten. Es dauerte nicht lange und der Fischbestand ging alarmierend zurück. –Seit Beginn des Massentourismus änderte sich vieles an der Costa Brava, aber nicht alles zum besten.

 
 
 
     

 
 

Die erste Naturschutzzone an der Costa Brava

Die Unterwasserjagd der Sporttaucher trug ebenso sein Übriges an der Ausrottungsaktion bei. Nicht wegen der Menge – ein Fischkutter, selbst von geringer Größe, hat ein vielfaches von dem im Netz, was ein geübter und gut ausgerüsteter Sporttaucher je fangen kann. Vielmehr waren es diese fremden Eindringlinge, die das Gleichgewicht der Natur empfindlich störten und viele Arten vertrieben.

Durch die alarmierenden Zustände mit ständig steigender Tendenz kamen Naturschützer und sogar Fischer zur Überzeugung, dass man die Ökologie der Inseln, einzig an der Costa Brava, nur durch ein konsequentes, energisches Vorgehen, als Naturschutzgebiete ausgewiesen, vor einer endgültigen Zerstörung retten kann.

Nach Einführung der Demokratie in Spanien und der damit entstandenen Generalitat de Catalunya auf deutsch (autonome Regierung Kataloniens) mit Entscheidungsbefugnis, konnte dieses Vorhaben erfolgreich verwirklicht werden.

Die Verordnungen waren radikal: Sämtlicher Fischfang wurde in einem durch Bojen gut markierten Gebiet um die Inseln verboten. Zuwiderhandlungen gelten als Straftat. Besichtigungen der Inseln werden nur mit fachkundigem Aufsichtspersonal gestattet, um das Leben der Vögel und deren Brutplätze nicht zu stören.

Die Besichtigungszeiten erfährt man im Touristik-Informationsbüro und im Hotel Medes (Tel. 972 758 480) in Estartit.

Es ist ein Ausflug, der jedem empfohlen werden kann. Man kann behaupten, dass das Resultat der Maßnahmen zu einem beachtlichen Erfolg führte. Eine Vielzahl von Fischarten ist in ihre gewohnten, nunmehr geschützten Umgebungen, zurückgekehrt und hat sich dementsprechend wieder beachtlich vermehrt. Mit dem Glasbodenboot, das im Yachthafen Estartit am Kai liegt, kann man die faszinierende Unterwasserwelt rund um die Inseln beobachten. – Ein Erlebnis, das man sicherlich lange in Erinnerung behält.

 

 
 
 
     

 
 


Fotografieren unter Wasser

In der gleichen Art, wie die Foto-Safaris in Afrika die ursprüngliche Jagd auf die im aussterben begriffenen Tierarten ablöste, tauschten auch viele Unterwasserfischer ihre Harpune gegen die Kamera ein. Das wurde von vielen als eine lobenswerte Tat empfunden.

Als man die Korallen unter Naturschutz stellte, vervielfältigte sich darin auch der Fischbestand, der sich wieder in seiner angestammten Umgebung sicher fühlt. Viele Unterwasseraufnahmen und Filme bestätigen diese einzigartige, faszinierende Farbenpracht und Schönheit unter Wasser. Die Fische um die Medas Inseln gewöhnten sich an die friedlichen Absichten der Menschen unter Wasser. Die Waghalsigsten lassen sich nun sogar füttern und anfassen – dank der Maßnahmen zum Erhalt der Natur um die Inseln Medas.

 
 
 
   

Klaus Jolich