Die Illes Medes
Ein ökologisches Paradies
Die größte Insel der Costa Brava
Der Massentourismus änderte alles
Die erste Naturschutzzone an der Costa Brava
Fotografieren unter Wasser

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Ein ökologisches
Paradies
Der Massentourismus änderte tiefgreifend den sozilogischen und
kommerziellen Zusammenhang an der Costa Brava. Schon zu Zeiten der
Griechen und Römer, die man sicherlich als die ersten „Touristen“ der
Costa Brava bezeichnen kann, war die Transformation beachtlich, da sie
sicherlich auch als erste den „Virus comercialis“ hier einschleppten.
Die Costa Brava durchlebte die unterschiedlichsten Epochen, von der
Piraterie bis zur ökonomischen Explosion mit Beginn des Handels in den
neuen amerikanischen Kolonien. Es blieb zuletzt nur noch der
Massentourismus der nicht nur die soziale Struktur grundlegend änderte,
sondern auch die Landschaft dieser Gegend. In Orten wie Lloret de Mar,
die früher ausschließlich vom Fischfang lebten, gibt es heute nahezu
keinen Fischer mehr. In Gegenden, wo der Weinbau eine Quelle des
Reichtums war, ist davon heute nichts mehr geblieben. Diese fruchtbaren
Landstriche wurden in Parzellen aufgeteilt, wo nun private Villen und
sonstige Gebäude stehen.
Die Konzentration von Personen, die hier in den Ferienwochen aufeinander
klebt, störte das ökologische Gleichgewicht zwischen Erde und Meer, die
Lebensgewohnheiten der einheimischen Bevölkerung, sowie Meerestiere und
Pflanzen. Einige davon sind durch die Überfischung am Aussterben. Fisch
auf dem Speisezettel ist „in Mode“ und die maritime Plünderung mit
Echolotverfahren wird immer perfektionierter. Einfache Fischer wurden
mit einer High-Tech-Flotte zu Industriellen. |
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Die größte
Insel der Costa Brava
Durch die geologische Gestaltung gibt es an der Costa Brava viele
Steilküsten und Felsriffe von eindrucksvoller Schönheit, demgegenüber
sind Inseln sehr selten. Die Größte von ihnen, zudem noch bewohnbar, ist
die Insel „Meda Grande“. Sie ist eine aus einer Gruppe, die man „Illes
Medes" (Islas Medas) nennt. Dieser kleine Archipel, nur ein paar Meilen vom Strand der
Ortschaft Estartit entfernt, prägt in dieser Gegend die Costa Brava
besonders. Sie sind heute eines der wichtigsten Naturschutzgebiete der
Küstenlandschaft Kataloniens. Die Insel Meda Grande wurde bis Anfang
dieses Jahrhunderts von einer kleinen Militärgarnison bewohnt, da sie
einen wichtigen strategischen Punkt für die Küstenverteidigung
darstellte. Eine Anzahl von Geschichten wurde bereits darüber
geschrieben. Zum Beispiel über das englische Detachement das Katalonien
gegen die Occupación Napoleons verteidigte (1804-1812). Während des
ersten Weltkriegs (1912-1918) benutzten deutsche Unterseeboote die
Gegend als bevorzugten Treffpunkt. Der Abstand der Insel zum Festland
war ein begünstigter Unterschlupf. Zu dieser Zeit hatte die spanische
Marine keine Möglichkeit, die Vielzahl der Schlupfwinkel an der Küste zu
kontrollieren, wo sich Schiffe der im Krieg befindlichen Nationen
versammeln konnten. Nachdem die Konflikte beseitigt waren und die Welt
glaubte, es wäre der letzte Krieg gewesen, verblieb als einziger der
Leuchtturmwärter mit seiner Familie auf der Insel. Bis man auch diese
Anlage automatisierte. Sie trat erst wieder in Erscheinung während des
spanischen Bürgerkrieges (1936-1939), um dann endgültig ein Unterschlupf
für Möwen, Fischer und Schmuggler zu werden. |
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Der Massentourismus änderte alles
Der besondere Zauber der Inseln Medias („Medes“ in der katalanischen
Sprache) war die Pflanzen- und Tierwelt unter Wasser. In den Felswänden
fanden viele Fischarten Schutz und konnte sich ungestört vermehren. So
zum Beispiel der große braune Zackenbarsch (spanisch Meroud), der bis zu
zwei Meter Länge und 100 kg Gewicht erreichen kann, war der König auf
dem Meeresgrund um diese Inseln. Geschätzt als bester delikater
Speisefisch an dieser Küste. Aber der Tourismus mit ständig steigender
Tendenz verlangte immer mehr von den Meeresprodukten. Also erhöhte man
ständig die Fangquote um den Bedarf der Kunden zu befriedigen.
Andererseits war die enorme Fischfangflotte nicht alleine Schuld an der
Zerstörung des Biotops. Hinzu kamen noch die vielen Sportboote, die die
Laichplätze für die Fische um die Inseln verunsicherten. Es dauerte
nicht lange und der Fischbestand ging alarmierend zurück. –Seit Beginn
des Massentourismus änderte sich vieles an der Costa Brava, aber nicht
alles zum besten. |
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Die erste
Naturschutzzone an der Costa Brava
Die Unterwasserjagd der Sporttaucher trug ebenso sein Übriges an der
Ausrottungsaktion bei. Nicht wegen der Menge – ein Fischkutter, selbst
von geringer Größe, hat ein vielfaches von dem im Netz, was ein geübter
und gut ausgerüsteter Sporttaucher je fangen kann. Vielmehr waren es
diese fremden Eindringlinge, die das Gleichgewicht der Natur empfindlich
störten und viele Arten vertrieben.
Durch die alarmierenden Zustände mit ständig steigender Tendenz kamen
Naturschützer und sogar Fischer zur Überzeugung, dass man die Ökologie
der Inseln, einzig an der Costa Brava, nur durch ein konsequentes,
energisches Vorgehen, als Naturschutzgebiete ausgewiesen, vor einer
endgültigen Zerstörung retten kann.
Nach Einführung der Demokratie in Spanien und der damit entstandenen
Generalitat de Catalunya auf deutsch (autonome Regierung Kataloniens)
mit Entscheidungsbefugnis, konnte dieses Vorhaben erfolgreich
verwirklicht werden.
Die Verordnungen waren radikal: Sämtlicher Fischfang wurde in einem
durch Bojen gut markierten Gebiet um die Inseln verboten.
Zuwiderhandlungen gelten als Straftat. Besichtigungen der Inseln werden
nur mit fachkundigem Aufsichtspersonal gestattet, um das Leben der Vögel
und deren Brutplätze nicht zu stören.
Die Besichtigungszeiten erfährt man im Touristik-Informationsbüro und im
Hotel Medes (Tel. 972 758 480) in Estartit.
Es ist ein Ausflug, der jedem empfohlen werden kann. Man kann behaupten,
dass das Resultat der Maßnahmen zu einem beachtlichen Erfolg führte.
Eine Vielzahl von Fischarten ist in ihre gewohnten, nunmehr geschützten
Umgebungen, zurückgekehrt und hat sich dementsprechend wieder beachtlich
vermehrt. Mit dem Glasbodenboot, das im Yachthafen Estartit am Kai
liegt, kann man die faszinierende Unterwasserwelt rund um die Inseln
beobachten. – Ein Erlebnis, das man sicherlich lange in Erinnerung
behält.
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Fotografieren unter Wasser
In der gleichen Art, wie die Foto-Safaris in Afrika die ursprüngliche
Jagd auf die im aussterben begriffenen Tierarten ablöste, tauschten auch
viele Unterwasserfischer ihre Harpune gegen die Kamera ein. Das wurde
von vielen als eine lobenswerte Tat empfunden.
Als man die Korallen unter Naturschutz stellte, vervielfältigte sich
darin auch der Fischbestand, der sich wieder in seiner angestammten
Umgebung sicher fühlt. Viele Unterwasseraufnahmen und Filme bestätigen
diese einzigartige, faszinierende Farbenpracht und Schönheit unter
Wasser. Die Fische um die Medas Inseln gewöhnten sich an die friedlichen
Absichten der Menschen unter Wasser. Die Waghalsigsten lassen sich nun
sogar füttern und anfassen – dank der Maßnahmen zum Erhalt der Natur um
die Inseln Medas. |
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Klaus Jolich |
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